Homematic meets Icinga2

Überwachung des Homematic Systems mit Icinga2 und ioBroker

Eine Homematic-Installation ist relativ einfach im Haus installiert. Gerade über die Weboberflächen der CCU sind direkte Verknüpfungen zwischen Tastern, Schaltern, Thermometern und Heizungsthermostaten sehr einfach einzurichten. Weiterhin bietet die Homematic-Familie des Herstellers eq-3 eine Fülle von Systemen für alle erdenklichen Anforderungen.

Zur Kopplung mit anderen Systemen bieten sich hier auch kostenpflichtige Lösungen aus der Cloud an. Mittels der CloudMatic Lösung und IFTTT können beliebige Verknüpfungen hergestellt werden.

Wenn man jedoch sich das Geld sparen möchte und auch die Daten ungern über diverse Cloud-Systeme verteilen möchte, dann bietet sich die ioBroker Lösung an….

Warum ioBroker?

ioBroker ist ein sehr mächtiges Tool, welches Daten aus verschiedenen Systemem sammeln und verarbeiten kann. Gerade wenn reine Homematic Installationen mit weiteren IoT Systemen erweitert werden, ist ioBroker hier der zentrale Dreh- und Angelpunkt. Eine Cloud-Anbindung kann weiterhin über verschiedene Adapter geschehen.

Herausforderungen des Betriebes und der Überwachung

Viele Homematic Komponenten werden per Batterie betrieben. Diese sind erfahrungsgemäß gerne mal leer…

Natürlich gibt die CCU Warnmeldungen aus (LED am Gehäuse) und mit etwas Programmierung auch per Email. Auch ioBroker kann entsprechend dazu gebracht werden, bei Servicemeldungen Mails zu produzieren.

Wenn man aber jedoch eine Überwachung des kompletten Netzwerkes realisieren möchte, stößt man unweigerlich bei diesen Lösungen an die Grenzen desses was mach- und verwaltbar ist. Switche, Server, Raspi’s, Staubsauber, Kühlschränke und die Heizungen haben mittlerweile immer mehr Schnittstellen, welche mit der richtigen Nutzung das Leben doch sehr vereinfachen können, ohne das automatisch alle Daten in Richtung der Cloud gesendet werden.

Für das Netwerk gibt es viele Lösungen. In der Vergangenheit habe ich hier auf Nagios gesetzt. Nagios ist ziemlich mächtig und hat eine breite Community welche die benötigten Plugins programmiert (wenn man es nicht selber kann oder möchte) um alles mögliche abzufragen und zu überwachen. Ein Manko an Nagios ist jedoch die Konfiguration.

Eine gescheite (kostenfreie) Weboberfläche, außer NagiosQL, habe bisher nicht gefunden. Für die kommerzielle Variante Nagios XI ist diese vorhanden, aber für den ambitionierten und privaten Einsatz definitiv zu teuer.

Bei der Recherche nach Alternativen bin ich auf Icinga gestoßen. Icinga ist ein Fork von Nagios aus dem Jahre 2009 und wird laufend weiterentwickelt.

Warum Icinga?

Icinga basiert aufgrund des Forks, grundlegend auf Nagios. Somit können die bisher vorhandenen Kenntnisse von Nagios weiterverwendet werden. Auch die grundlegenden Strukturen von Hosts und Hostgruppen, Services und Servicegruppen sowie die kompletten Templates, welche auch in Baumstrukturen aufeinander aufbauen können, sind vorhanden! All dies zusammengefasst unter dem ziemlich mächtigen Plug-in Icinga Director kann man hier eine machtvolle, aber dennoch übersichtliche Systemüberwachungslösung generieren.

Icinga hat aber auch Grenzen.

Es unterstützt so gut wie alles, was im PC und Netzwerkbereich unterwegs ist. Um an die Daten aus anderen System heranzukommen, werden entsprechende Plugins benötigt. Wo (noch) kein direktes Plugin vorhanden ist, kann gegebenenfalls über ein vorhandenes Plugin und eine Datendrehscheibe die gewünschte Information abgefragt werden.

Hier kommt nun ioBroker ins Spiel…

ioBroker als Brücke zwischen den Welten

Wie bereits eingangs beschrieben, spricht ioBroker mit diversen verschiedenen Systemen und Technologien und legt diese strukturiert in einer Baumstruktur ab. Detailinformationen zu den Homematic-Geräten landen genauso in der Datenbank wie Daten aus den Amazon Alexa Geräten, Shelly-Funksteckdosen mit Strommessung, Spritpreisen aus diversen Datenbanken und alles angereichert Wetterdaten, Schulferien und noch viel mehr. Selbst das Auto vor der Tür kann in ioBroker mit eingebunden werden. Die Adapterdatenbank macht vieles möglich!

Gleichzeitig unterstützt ioBroker auch diverse Datenbanksysteme zur Speicherung für Langzeitstatistiken. Gerade bei einem kleinen ambitionierten Heimnetz bietet sich beispielsweise die Influx-Datenbank an. Diese wird von ioBroker direkt bei Adapter unterstützt. Somit können Temperaturen, Verbrauche u.ä. direkt abgelegt und wieder ausgewertet werden. Die InfluxDB kann auch von diversen Systemen per Telegraf mit Daten versorgt werden.

Um an die Echtzeitdaten heranzukommen, gibt es den SimpleAPI-Adapter.
Dieser stellt über eine einfache aber machtvolle REST-Schnittstelle alle Werte per HTTP zur Verfügung.

Der Weg zum Ziel

Wie man nun per Icinga2 über den ioBroker auf Homematic-Geräte zugreifen kann, werde ich hier auf eigenen Seiten beschreiben.

Wichtig ist hierbei, dass es sich bei dem beschriebenen Weg um eine Möglichkeit zur Realisierung handelt. Verbesserungen und Hinweise sind gerne gesehen!

Viel Erfolg bei der Realisierung eurer umfangreichen Netzwerküberwachung!

FHEM meets CCU – Homematic mal anders

FHEM oder CCU, das ist hier die Frage…

Ob man als zentrales System eine Softwarelösung oder die Zentrale des Homematic-Systems benutzt ist eine reine Philosophie-Frage. Eine Softwarelösung wie FHEM ist natürlich ein mächtiges Werkzeug, was aber auch detailliertere Kenntnisse der Homematic-Struktur erfordert.Dafür wird man aber mit einer umfangreichen und sehr tief anpassbaren Lösung belohnt, welche nicht nur Homematic, sondern auch viele andere Infrastrukturen und Geräte steuern kann!

FHEM

FHEM bietet als Softwarelösung eine Plattform um viele verschiedene Hausautomatisierungssysteme perfekt miteinander zu verbinden und das Beste aus all dieser Lösungen herauszukitzeln.
Neben Homematic sind hier, durch Module ergänzt, vielerlei Verknüpfungen möglich um Geräte zu steuern, sog. Floorplans zu erzeugen und Szenen zu generieren wo es sich nicht nur um Licht und Strom handelt. Der perfekte Videoabend beinhaltet einfach, dass sich das Licht entsprechend einstellt, der Fernseher und der AV-Receiver eingeschaltet und auf die richtigen Quellen gestellt werden. Und hier schlägt die CCU an seine Grenzen. Dafür benötigt FHEM natürlich auch eine Hardwareplattform. Lauffähig ist die Software, welche auf der Programmiersprache perl basiert, auch vielen verschiedenen Systemen wie z.B. der Fritzbox und dem RaspberryPi bis hin zu Intel NUCs und kompletten virtuellen und physischen Linux Servern. Abhängig von der eingesetzten Hardware ist das System dann natürlich auch hochperformant in der Reaktionsgeschwindigkeit der Weboberfläche. Hier krankt die CCU nämlich etwas…. Was FHEM alles kann, ist auf den Seiten der Lösung zu finden => www.fhem.de. Hervorhebend ist auch die einzigartige Community rund um FHEM mit einer sehr umfangreichen und informativen Wiki sowie einen Forum wo keine Frage unbeantwortet bleibt. Mittlerweile hat sich FHEM als ein eigener Verein (FHEM e.V.) etabliert.

Homematic CCU2

Die CCU der Homematic-Lösung ist gerade für Anfänger eine hochoptimierte Zentrale, welche auch diverse Programme und komplexe Strukturen (hierzu später mal mehr) ermöglicht. Für Einsteiger in die Hausautomatisierung stellt die Weboberfläche der CCU aber eine strukturierte “just-click-and-go” Lösung dar, welche die Einrichtungen und Verbindungen vieler verschiedener Geräte einfach und schnell konfigurieren kann. Gleichzeitig stellt die CCU mit ihrer integrierten Funkarchitektur auch die benötigte Hardware bereit um die Geräte steuern zu können.

Die Open-Central-Control-Unit (OCCU)

eQ-3 hat mittlerweile als Hersteller der Homematic-Lösung seine Software veröffentlicht und damit ist die einfache Weboberfläche der CCU nun auch auf diversen Architekturen installierbar.
Jedoch werden dann auch die jeweiligen Funksysteme benötigt, wobei EQ-3 über den Vermarktungskanal ELV hier entsprechend einfache Hardwaremodule für z.B. den RaspberryPi bereithält. Weiterhin sind einige Funktionen noch eingeschränkt bzw. nicht im Quellcode verfügbar!

Kurzum… Alles schwierig, aber doch einfach!

Man sieht in dieser einfachen und kurzen Ausführung, dass die Entscheidungen einem manchmal nicht einfach fällt. Von daher wäre es doch sehr sinnvoll, diese beiden Welten miteinander zu verknüpfen und die Einfachheit der CCU mit den umfangreichen Möglichkeiten des FHEM-Systems zu verbinden!

Wie dies funktioniert und wie man dann beispielsweise FHEM als “Katalysator” für weitergehende Systeme nutzen kann, dies werde ich nach und nach in Tutorials hier veröffentlichen.

Link zum Tutorial => CCU2 in FHEM einbinden